Was sind AKM und GEMA überhaupt?
Verwertungsgesellschaften einfach erklärt
Komponisten und Textdichter können nicht jeden einzeln fragen, der ihre Musik nutzt. Deshalb gibt es Verwertungsgesellschaften: Sie sammeln stellvertretend Gebühren ein und verteilen sie an die Urheber. In Österreich ist das für Musikaufführungen die AKM (Autoren, Komponisten und Musikverleger), in Deutschland die GEMA.
Gilt die GEMA auch in Österreich?
Nein – in Österreich ist die AKM zuständig. Die Gesellschaften arbeiten aber über Gegenseitigkeitsverträge zusammen: Die AKM vertritt in Österreich auch das Repertoire ausländischer Gesellschaften wie der GEMA. Praktisch heißt das: Fast jede kommerzielle Musik ist in Österreich über die AKM erfasst. Wichtig für dich, weil die meisten Ratgeber im Netz nur die deutsche GEMA-Perspektive behandeln.
Social Media: Wer zahlt hier eigentlich?
Die Plattform-Lizenzen
Meta, TikTok und andere große Plattformen haben Lizenzvereinbarungen mit Verwertungsgesellschaften und Labels geschlossen. Diese decken die Musiknutzung innerhalb der Plattform-Regeln ab – also zum Beispiel Musik aus der plattformeigenen Bibliothek in einem privaten Reel oder aus der Sound Collection im Business-Post.
Was das für dich bedeutet
- Nutzt du Musik innerhalb der Plattform-Angebote, zum Beispiel die Meta Sound Collection für Unternehmen, musst du nichts zusätzlich an die AKM melden oder zahlen.
- Nutzt du selbst lizenzierte Musik, etwa von Artlist, AudioJungle & Co., regelt deine gekaufte Lizenz die Rechte – auch hier ist keine gesonderte AKM-Meldung für den Social-Media-Post nötig.
- Lädst du dagegen Musik hoch, für die du gar keine Rechte hast, hilft dir keine Plattform-Lizenz: Das bleibt ein Urheberrechtsverstoß.
Wo die AKM für dich als KMU wirklich relevant wird
Viele verwechseln Social Media mit den Bereichen, in denen die AKM tatsächlich bei Unternehmen anklopft:
Musik im Geschäftslokal
Hintergrundmusik im Café, im Geschäft, im Wartezimmer oder im Salon ist eine öffentliche Wiedergabe – dafür braucht es in Österreich grundsätzlich eine AKM-Lizenz und für die Leistungsschutzrechte der Labels zusätzlich die LSG. Das gilt unabhängig davon, ob die Musik aus dem Radio, von CD oder aus einem Streamingdienst kommt. Übrigens: Übliche Consumer-Streamingdienste sind laut ihren eigenen AGB meist nicht für gewerbliche Beschallung lizenziert.
Veranstaltungen und Events
Live-Musik, DJ-Abende, Feste: Solche Veranstaltungen sind bei der AKM anzumelden. Die Tarife richten sich unter anderem nach Größe und Art der Veranstaltung.
Deine Website
Hintergrundmusik oder Musikvideos direkt auf deiner Unternehmenswebsite, also nicht eingebettet über lizenzierte Plattformen, benötigen eigene Rechte. Hier greift keine Social-Media-Plattform-Lizenz.
Die Faustregeln für österreichische KMU
- Social-Media-Posts: Nutze Plattform-Bibliotheken für Business-Accounts oder gekaufte Lizenzen – dann ist keine separate AKM-Meldung nötig.
- Musik im Lokal: AKM-/LSG-Lizenz abschließen oder auf lizenzfreie Business-Radio-Anbieter ausweichen, die Verwertungsgebühren bereits abdecken.
- Events: Rechtzeitig bei der AKM anmelden.
- Im Zweifel: Direkt bei der AKM anfragen – die Auskunft ist kostenlos, eine Nachforderung nicht.
Häufige Fragen (FAQ)
Muss ich als österreichisches Unternehmen AKM für Instagram zahlen?
Für das Posten selbst in der Regel nein – die Plattformen haben eigene Lizenzvereinbarungen. Du musst aber trotzdem sicherstellen, dass du nur Musik verwendest, für die du Rechte hast (Plattform-Bibliothek für Unternehmen oder eigene Lizenz).
Gilt die GEMA auch in Österreich?
Nein, in Österreich ist die AKM zuständig. Über Gegenseitigkeitsverträge vertritt die AKM aber auch das Repertoire der GEMA und anderer ausländischer Gesellschaften in Österreich.
Brauche ich eine AKM-Lizenz für Musik in meinem Geschäft?
Ja, Hintergrundmusik im Geschäftslokal gilt als öffentliche Wiedergabe und ist grundsätzlich lizenzpflichtig (AKM und LSG). Alternativ gibt es spezialisierte Business-Musik-Anbieter, deren Angebote diese Gebühren bereits beinhalten.
Darf ich Spotify in meinem Café laufen lassen?
Consumer-Accounts von Streamingdiensten sind laut deren Nutzungsbedingungen üblicherweise nur für den privaten Gebrauch bestimmt – für gewerbliche Beschallung brauchst du eine geeignete Business-Lösung plus AKM-/LSG-Lizenz.
Rechtssicherheit ist ein Baustein.
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